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Poetische Reisen

Mittwoch, 21. Januar 2009

Abschied

Abschied
Im Walde bei Lubowiz

Oh Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächt'ger Aufenthalt!
Da draußen stets betrogen,
Saust die geschäft'ge Welt,
Schlag noch einmal die Bogen
Um mich du grünes Zelt!

Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Daß dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit!

Da steht im Wald geschieben
Ein stilles, ernstes Wort
Vom rechten Tun und Lieben,
Und was des Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
Die Worte, schlicht und wahr,
Und durch mein ganzes Wesen
Ward's unaussprechlich klar.

Bald werd ich dich verlassen,
Fremd in die Fremde gehn
Auf bunt bewegten Gassen
Des Lebens Schauspiel sehn;
Und mitten in dem Leben
Wird deines Ernsts Gewalt
Mich Einsamen erheben
So wird mein Herz nicht alt
(c) Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)

Mittwoch, 26. November 2008

Musik aus dem Herzen

Heute ist mir ein alter und sehr geschätzter "Bekannter" wieder mal zu Ohren gekommen: Yo-Yo Ma ist wohl unbestritten einer der größten Cellisten unserer Zeit. Und weil ich meine geschätzten Leser natürlich nicht ohne ein wenig Ohrenschmaus weiterziehen lassen will hier zwei Kostproben:

1) Zusammen mit Itzhak Perlmann, einem begnadeten Geiger:



2) ein Klassiker aus der Sesame Street.....



Und für alls die jetzt neugierig geworden sind, hier noch die Homepage von Yo-Yo Ma: http://www.yo-yoma.com/

Viel Spaß beim Hören wünscht

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Ein Leben nach der Geburt??

Die Weiten des weltweiten Web schenken mir immer wieder einmal wunderbare Texte, die ich dann gerne mit euch teile. Hier ist wieder einmal so eine Geschichte....

Ein Leben nach der Geburt?

Im Bauch einer schwangeren Frau sind drei Embryonen. Einer davon ist der kleine Gläubige, einer der kleine Zweifler und einer der kleine Skeptiker.

Der kleine Zweifler fragt: Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?

Der kleine Gläubige: Ja klar, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, daß wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir dann stark genug sind für das, was uns erwartet.

Der kleine Skeptiker: Blödsinn, das gibt es nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?

Der kleine Gläubige: Das weiß ich auch nicht so genau. Es wird viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen.

Der kleine Skeptiker: So ein Quatsch. Herumlaufen, das geht doch nicht. Und mit dem Mund essen, was für eine seltsame Idee. Es gibt doch nur die Nabelschnur, die uns ernährt.
Außerdem geht das gar nicht, daß es ein Leben nach der Geburt gibt, weil die Nabelschnur schon viel zu kurz ist.

Der kleine Gläubige: Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles ein bisschen anders werden.

Der kleine Skeptiker: Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben hier ist nichts als Quälerei. Und dunkel.

Der kleine Gläubige: Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen.

Der kleine Skeptiker: Mutter ?!?? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist die denn bitte?

Der kleine Gläubige: Na hier, überall, um uns herum. Wir sind in ihr und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.

Der kleine Skeptiker: Quatsch. Von einer Mutter habe ich ja noch nie etwas gemerkt, also gibt es sie auch nicht.

Der kleine Gläubige: Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wie sie unsere Welt streichelt.

Der kleine Zweifler fragt: Und wenn es also ein Leben nach der Geburt gibt, wird der kleine Skeptiker dann bestraft, weil er nicht daran geglaubt hat?

Der kleine Gläubige: Das weiß ich nicht so genau. Vielleicht kriegt er einen Klaps, damit er die Augen aufmacht und das Leben beginnen kann.

Schmunzelnde Grüße!

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Sommerfeuer

Sommerfeuer

Sommerfeuer, Schattentänzer
Blicke klar ins Licht
Sieh die Schatten und die Quelle
Dennoch bind dich nicht

Tanze frei zwischen den Welten
Nicht gezogen, nicht gefangen
Tief in dich hineingegangen

Kraft gefunden, angenommen
Neue Wahrheiten gewonnen
Friedvoll handelnd Krieger sein.

Sommerfeuer

Montag, 22. September 2008

weise Worte

"Reite dein Pferd auf der Schneide des Schwertes
Verbirg dich in der Mitte der Flamme
Der Obstbaum wird im Winter Früchte tragen
Die Sonne geht am Abend auf."

7-77210020

Montag, 11. August 2008

Bekenntnis

Ich bekenne mich
zur Erde und ihren
gefährlichen Geheimnissen

zu Regen Schnee
Baum und Berg

zur mütterlichen mörderischen
Sonne zum Wasser und
seiner Flucht
zu Milch und Brot
zur Poesie
die das Märchen vom Menschen spinnt

zum Menschen
bekenne ich mich
mit allen Worten
die mich erschaffen
bekenne ich mich

zur Zukunft.
(c) Rose Ausländer

Bekenntnis

Samstag, 2. August 2008

"Wie mich die Muse küsst..."

Zwar hat sie es schon lange nicht mehr getan, aber das folgende Gedicht ist bis heute eine ziemlich gute Beschreibung dessen, was passieren kann.....
_____________________________________________________________

Wie mich die Muse küsst?
Willst du wissen, wie das ist?

Mal wie ein seidig-sanfter, steter Hauch,
wie eines lauen Sommermorgens kühle, leichte Brise.
Mal wie ein Sturm,
der tobt und wütet und doch schnell vergeht.

's ist wie das Schweben in der warmen, stillen See,
oder die rauschend Fahrt auf tosenden Gewässern.

Mal ist's ein Kuss, so leicht und kaum zu fühlen,
wie ein Schmetterling.
Mal ist's ein Pferdekuss, direkt und dreist,
und nicht zu ignorieren.

Mit Lippen, rot und fest,
und doch so zart und köstlich.
Mit funkelnd' Augen,
die den Schalk versprühen.

Lange Haare, lange Beine,
auch der Körper wohl geformt ...
- und Bart! Das muss schon sein!

Und jetzt mein Freund,
jetzt weißt du, wie es ist,
wenn mich so manches Mal
die Muse küsst...

(c) by Kahoka, 15.11.2004


Bild von handsom.provocateuse.com

Dienstag, 8. Juli 2008

Östliche Weisheit

Gott schläft im Stein
atmet in der Pflanze
träumt im Tier und
erwacht im Menschen.



Bild-Quelle: Pixelio.de

Dienstag, 4. Dezember 2007

Advent, Advent....

Eine Bekannte hat einen wunderbaren Online-Adventskalender geschaffen: Ekinda.de

Dort habe ich unter anderem dieses wunderschöne Gedicht gefunden, das nun auch in meinem Blog ein wenig Adventsstimmung bringen soll.....
------------------------------------------------------------

Ich gäb dir gerne einen Kalender,
einen Kalender zum ersten Advent,
in dem, versteckt hinter kleinen Türchen,
etwas ist, was jeder Mensch braucht und kennt.

Am 1. wäre hinter dem Türchen Verständnis,
hinterm 2. Türchen ist Phantasie,
hinterm 3. Humor,
und dann kommt am 4. eine Portion Euphorie.

Hinterm 5. Türchen findest du Hoffnung,
hinter dem 6. eine Menge Zeit,
und öffnest du dann das 7. Türchen,
entdeckst du dahinter Geborgenheit.

Im 8. Türchen sind Spaß und Freude,
im 9., da ist die Zuversicht,
hinterm 10. verborgen sind Kraft und Stärke,
im 11. ist Glück und im 12. ist Licht.

Hinterm 13. Türchen, da ist der Glaube,
am 14. findest du Menschlichkeit,
am 15. Trost und am 16. Frieden,
hinterm 17. Türchen die Zweisamkeit.

Am 18. findest du gute Gedanken,
am 19. Achtung vor Mensch und Tier,
am 20. Hilfe.
Fast ist alles offen,
zu öffnende Türchen gibts nur noch vier.

Hinterm 21. kommt die Freundschaft
und am 22. die Toleranz,
am 23. die innere Ruhe -
am 24. strahlt der Christbaum in seinem Glanz.

Hinter dem Türchen am Heiligen Abend
sind keine Geschenke, nicht Reichtum und Geld,
hinter diesem Türchen, da ist die Liebe,
das größte und wichtigste auf dieser Welt.

Ich gäb dir so gerne diesen Kalender,
diesen Kalender zum ersten Advent,
doch musst du sie alle selbst dir suchen,
die Dinge, die jeder Mensch braucht und kennt.

Autor unbekannt

Donnerstag, 28. Juni 2007

In Memoriam ...

Nach dem Tod von Robbie ist mir dieses Gedicht in die Hände gefallen. Ich habe es vor einigen Jahren geschrieben.....

"The Beach"

The old man is walking down the beach,
thinking back to those times
when he felt young, was so alive.

The waves come crashing on the sand,
chasing the gulls into the air,
erasing the pain, soothing the heart.

Her face is still vivid in his mind,
every emotion clearly remembered,
the glow of her eyes, the smell of her hair.

The times were changing when they met.
The world was at war,
so much death, so little hope.

Their fire then burned hot and bright,
passion packed into short moments,
heat on her skin, love in his kiss.

Fate took them both into her hands,
blew them apart,
into different lives, and to different lovers.

He found his wife a few years later,
their marriage a calm breeze
with children to raise, a home to tend.

The years they had were filled with light
like a bright September morning,
ringing with laughter, smelling of fun.

Now the house is empty again,
his wife passed away,
his children grown, with lives of their own.

The old man is walking down the beach,
smiling at the sun,
cherishing life, taking his time.

The day will come soon for him,
when he’ll just keep walking
meeting the sky at the end of those waves

And then he’ll meet them all again
those people he lost
the loved ones, and the friends.

The waves come crashing down on the sand,
calling his old heart,
soothing his mind, and lifting his soul.

7-77210020

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